Argh…was schreib ich denn?

Über alles was mir gerade im Kopf rumgeistert…

Unter dem Markt der Infor­ma­tio­nen ver­stehe ich öffentlich zugängliche Infor­ma­tio­nen, primär erst ein­mal nicht nur das Inter­net son­dern auch Rund­funk und Presse. In entwick­el­ten Län­dern ver­schwim­men die Gren­zen nun aber schon seit ger­aumer Zeit.
Ist der Markt der Infor­ma­tio­nen aus­geglichen, also nicht nur in der Hand einer Elite, einer Ide­olo­gie, kann echte Trans­parenz entste­hen. Ist er jedoch unaus­geglichen, wird von einer Ten­denz oder gar eine Ide­olo­gie geprägt, ist Trans­parenz unmöglich. Schlim­mer noch ist es, wenn eine Ten­denz zu bes­timmten Infor­ma­tio­nen besteht, dies aber als aus­ge­wo­gener Markt der Infor­ma­tion verkauft wird.
Warum ich das schreibe? Ganz ein­fach, ich habe den Ein­druck, dass in Deutsch­land auf dem Markt der Infor­ma­tio­nen eine starke Ten­denz vorherrscht. Nicht unbe­d­ingt eine Ten­denz zu einer Ide­olo­gie hin, aber eine Ten­denz zu einer sich immer mehr und mehr ähnlich wer­den­den Presse­bericht­ser­stat­tung. Noch besteht immer­hin die Möglichkeit sich aus anderen Quellen zu informieren. Das kostet jedoch Zeit, Energie und setzt ein gesun­des Mis­strauen jeder Infor­ma­tion gegenüber voraus – was auf Dauer sicher anstren­gend ist. Gle­ichzeitig wird aber die Infor­ma­tion die man schön auf­bere­itet in der Presse oder durch den Rund­funkt serviert bekommt mit wesentlich weniger Mis­strauen bedacht. Immer­hin sitzen da ja Men­schen die die Infor­ma­tion für uns bew­erten. Oder?

Warum ich so skep­tisch bin?
Geht doch mal an ein Kiosk. Schaut euch die Mag­a­zine und Zeitun­gen an. Seht ihr große Unter­schiede? Eher nicht. Die Auf­macher sind mehr oder weniger immer die Sel­ben. Ob Ter­ro­rangst, Schweine­grippe, Finanzkrise. Irgend­wie scheinen alle das gle­iche zu schreiben. Höch­stens bei ein paar weni­gen Artikeln wird recher­chiert, allerd­ings han­delt es sich dann meist um Reporta­gen oder Kom­mentare in die die Mei­n­ung der Autoren ein­fließt. Woher mag das kom­men? Liegt es vielle­icht daran, dass alle Medien die gle­ichen Quellen haben? Die gle­ichen Agen­turen lesen? Sich nicht trauen was anderes als Auf­macher zu nehmen, weil man ja nicht der Konkur­renz das „Tages­thema“ alleine überlassen will? Lei­der wird sich die Presse dadurch immer ähnlicher – gle­ichgeschal­teter, und das frei­willig. Ganz deut­lich bemerkt man es, wenn man mehrere „große“ Pressew­erke ver­folgt, sei es print oder online. Die Mel­dun­gen ähneln sich doch sehr stark. Dadurch wird der Ein­druck erweckt, dass der Auf­macher extrem wichtig ist und die ganzen Mass­nah­men dazu Alter­na­tiv­los. Alter­na­tiv­los ist auch das Stich­wort, bestätig in meinen Befürch­tun­gen hat mich let­ztlich Alter­na­tiv­los 9 von Fefe mit Monoxid [1]. Lei­der hat mich der Pod­cast auch in eini­gen Din­gen eher neg­a­tiv überrascht.
Stich­wort: Autorisierter Inter­views.
Worin liegt der Sinn eines Inter­views? Sicher nicht darin, dass nach dem Inter­view der „Jour­nal­ist“ seinen Beitrag schreibt, nochmal von seinem Inter­view­part­ner absegnen/bearbeiten lässt und dann erst veröf­fentlicht. Ich denke jeder Inter­view­part­ner hat das Recht nicht sin­nentstel­lend Zitiert zu wer­den, jedoch sollte er nicht das Recht haben Aus­sagen zu überar­beiten. Wie wäre es mit einer Stel­lung­nahme zu einem Inter­view in der missver­ständliche Aus­sagen erläutert wer­den? Warum soll da der ganze Text überar­beitet wer­den? Noch schlim­mer ist es, wenn alle Fra­gen vorher abgekartet sind. Ein paar Fra­gen absprechen mag ja in Ord­nung sein, immer­hin sollte sich der Inter­viewte auch auf das Gespräch vor­bere­iten kön­nen, eine grobe Rich­tung vorgeben schadet dabei sicher nicht. Aber alle Fra­gen vorher absprechen? Oder gar reine E-Mail Inter­views? Geht’s noch? Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich will eine kri­tis­che Presse. Der Ham­mer ist aber, wenn Medien dafür Bestraft wer­den kri­tisch zu sein. Die wer­den dann ein­fach nicht mehr mit Infor­ma­tio­nen ver­sorgt und müssen sich rein an Agen­turmel­dun­gen hal­ten. Wie war das doch noch mit dem BKA und der Pressekon­ferenz zur Vor­rats­daten­spe­icherung (VDS)? Richtig, Zeit-Online wurde ein­fach nicht ein­ge­laden weil die vorher mal kri­tisch über die VDS berichteten. [2]
Wichtig für einen aus­geglich­enen Markt der Infor­ma­tio­nen ist ein freier Zugang zu Infor­ma­tio­nen. Lei­der gibt es Bestre­bun­gen diesen Zugang einzuschränken. Zum Beispiel durch tech­nis­che Maß­nah­men wie Net­zsper­ren. Ich bin was das angeht mal so frei und ver­weise auf die öffentliche Debatte in Deutsch­land (2009), sowie auf das Daten­schutzblog [3] und aktuell auf Net­zpoli­tik [4] mit der Censillia-Problematik. Der AK Zen­sur [5] eignet sich auch immer her­vor­ra­gend als Anlauf­stelle. Eine weit­ere Möglichkeit ist es die Pub­lika­tion im Inter­net in ein rechtliches Minen­feld zu ver­wan­deln. Ich sag nur JMStV-E (Jugendmedienschutz-Staatsvertrag) und ver­weise auch wieder auf den AK-Zensur [5] und Net­zpoli­tik [6].
Weit­ere Möglichkeiten sind poli­tis­cher Druck auf Web­hoster, DNS-Betreiber und ähnliches was wir ger­ade im Fall Wik­ileaks erleben. Ein weiter Punkt ist, die kri­tis­che Beschäf­ti­gung mit bes­timmten Infor­ma­tio­nen bzw. deren Quellen als Angriff­spunkt für Repres­sio­nen zu nehmen, auch das erleben wir ger­ade bei Wik­ileaks in Bezug auf Stu­den­ten der der Colum­bia Uni­ver­sity [7]. Die Debatte über Net­zneu­tral­ität will ich erst gar nicht anschneiden.

Zusam­men­fassend kann ich nur sagen, wir brauchen wieder eine kri­tis­che Presse, die den Bürger informiert, ihn zum Nach­denken anregt. Gle­ichzeitig brauchen wir einen freien Zugang zu Infor­ma­tio­nen und echte Mei­n­ungs­frei­heit. Sicher führt Trans­parenz nicht automa­tisch zu einem besseren Miteinan­der, einem besseren Staat, einer besseren Gesellschaft. Trans­parenz zusam­men mit einem freien Markt der Infor­ma­tio­nen bietet aber eine große Chance. Wir müssen sie nur aktiv nutzen. Wir müssen uns denen ent­ge­gen stellen, die ver­suchen uns daran zu hin­dern. Genau aus diesem Grund ist es wichtig Plat­tfor­men wie Wik­ileaks zu unter­stützen.
Sicher, auch von diesen Plat­tfor­men kann eine Bee­in­flus­sung aus­ge­hen, ein­seitig veröf­fentlichte Infor­ma­tio­nen, falsche Infor­ma­tio­nen. Solange die Plat­tfor­men aber selbst halb­wegs trans­par­ent arbeiten und es nicht nur eine Plat­tform gibt wird es funk­tion­ieren. Ich sehe Wik­ileaks als Plat­tform eher kri­tisch, im Moment finde ich es aber wichtig die Plat­tform zu unter­stützen. Ich schreibe bewusst Plat­tform und keine Per­son. Wer sich mit dem Thema Wik­ileaks ein wenig auseinan­der­set­zen will dem seien fol­gende Links empfohlen:

  • Daniel Domscheit-Berg zu seinem Ausstieg bei Wik­ileaks (Pod­cast, Net­zpoli­tik) [8]
  • Daniel Domscheit-Berg zu seinem Ausstieg bei Wik­ileaks (Inter­view in der TAZ) [9] (Inter­view im Spiegel, englisch) [10]
  • Wik­ileaks Revolt (Wired, englisch) [11]
  • Daniel Domscheit-Berg will neue Plat­tform starten (Golem) [12]

Lin­kliste
[1] http://alternativlos.org/9/
[2] http://www.netzpolitik.org/2010/geschlossene-gesellschaft-bka-pk-zur-vorratsdatenspeicherung/
[3] http://www.datenschutzbeauftragter-online.de/uberblick-zum-thema-netzsperren/
[4] http://www.netzpolitik.org/2010/eu-justizminister-fur-netzsperren-noch-2-monate-fur-uns/
[5] http://ak-zensur.de/
[6] http://www.netzpolitik.org/category/jugendschutz/
[7] http://www.huffingtonpost.com/2010/12/04/state-department-to-colum_n_792059.html
[8] http://www.netzpolitik.org/2010/npp102-daniel-domscheit-berg-inside-wikileaks/
[9] http://www.netzpolitik.org/2010/npp102-daniel-domscheit-berg-inside-wikileaks/
[10] http://www.spiegel.de/international/germany/0,1518,719619,00.html
[11] http://www.wired.com/threatlevel/2010/09/wikileaks-revolt/
[12] http://www.golem.de/1012/79913.html

Ich hatte mich gestern ja doch schon ein wenig über zwei Mails, die auf meiner Uni-Adresse anka­men, gewun­dert. Anlass war der Win­ter­ball der Universität-Erlangen-Nürnberg. Hier mal die bei­den Mails:

Liebe Studierende,

der Präsi­dent der Friedrich-Alexander-Universität lädt Euch und Eure Fre­unde zum Fes­tlichen Win­ter­ball am Sam­stag, 22. Jan­uar 20 Uhr, Ein­laß 19 Uhr, in die Meis­tersinger­halle Nürn­berg zu einem unvergesslichen Abend ein.

Das Pro­gramm steht dieses Mal ganz im Zeichen des Tanzes, mit Show­tanz, Pole-Dance Akro­batik und ori­en­tal­is­chem Bauchtanz.

Karten sind wie gewohnt gegen Vor­lage des Studieren­de­nausweises für 15 Euro erhältlich. Vorverkauf­sstellen und weit­ere Infor­ma­tio­nen siehe www.winterball.uni-erlangen.de.

Begleitung und neue Fre­unde gesucht?
In der Stu­diVZ Gruppe “ich­mach­dochkeienewer­bung” im kosten­freien Por­tal www.studivz.net tre­f­fen sich alle, die nicht alleine zum Win­ter­ball gehen wollen. Hier lernt man sich vorab ken­nen und kann sich gle­ich verabre­den. Die Gruppe macht es so jedem leicht, frühzeitig eine Begleitung für den Win­ter­ball zu finden und v.a. auch Tre­f­fen der Tanz­part­ner im November/Dezember/Januar zu ermöglichen.

Darüber hin­aus kann jeder Namen für die Kennenlern-Tische wie “Wer fährt mich nach­her nach Hause?”, “Wir sind gut drauf!” oder “Wer tanzt mit mir?” vorschla­gen sowie Anre­gun­gen und Wün­sche bzgl. der Organ­i­sa­tion des Festes äußern.

Wer mehr als “nur” einen Tanz­part­ner für diesen Abend sucht, wird vielle­icht auf der kosten­freien Plat­tform www.ich­machim­mer­nochkeinewer­bung.de fündig.

Und wer keinen jew­eili­gen Account besitzt, kann seine Wün­sche & Anre­gun­gen vorab an hier­stand­malein­name@gmx.de senden.

Wir freuen uns auf einen erleb­nis­re­ichen, gelun­genen Abend mit euch!

Mit fre­undlichen Grüßen

Name Geän­dert
—————————————
Organ­i­sa­tion Win­ter­ball und Schlossgartenfest

Verein zur Förderung der Kon­takte der Uni­ver­sität Erlangen-Nürnberg e.V.

Schloss­platz 4 — 91054 Erlangen

URLs und Namen hab ich ent­fernt. Fol­gende Mail kam kurz danach:

Liebe Studierende,

mir wurde von eini­gen Ein­sendern der Hin­weis zuge­tra­gen, dass
www.keinewer­bung.de ( file://www.keinewer­bung/ ) nur Teilen der
Studieren­den­schaft Erfolg ver­spricht.
Als Aus­gle­ich kann nichtweib­lichen Studieren­den tech­nis­cher
Fachrich­tun­gen gegebe­nen­falls www.auch­hierkeinewer­bung.com ( file://www.auch­hierkeinewer­bung.com )
dienen.

Mit fre­undlichem Gruss

Name Geän­dert

Ich hatte mich über die bei­den Mails echt ein wenig gewun­dert und war kurz davor dem ver­meintlichen Absender der Mail eine Antwort im Sinne von “Wer­bung für Social-Networks und wenn ich da keinen Account habe oder keinen machen will geh ich leer aus? Oder ich schreibe einer Per­son auf eine nicht-Uniadresse eine Mail und sage ich bin ein­sam und suche Begleitung?” Na ja, habs dann nicht getan und heute kam die Auflösung:

Sehr geehrte Damen und Her­ren,
liebe Stu­dentin­nen und Studenten,

gestern haben Sie unter der Mailadresse von Frau Name Geän­dert und dem
Betr­eff: Ein­ladung zum Win­ter­ball der Uni eine Nachricht mit
anstoes­sigem Inhalt erhal­ten. Dabei wurde der E-Mail Verteiler
studierende@uni-erlangen.de miss­braucht. Die Nachricht stammt nicht von
Frau Name Geän­dert! Beim Absender han­delt es sich vielmehr um eine Per­son,
die sich auf ille­galem Wege die Absender­adresse und die entsprechende
Sig­natur zu eigen gemacht und die Nachricht ver­schickt hat. Diese Per­son
wird mit entsprechen­den Kon­se­quen­zen zu rech­nen haben.

Da die Nachricht ueber die Sys­teme der Uni­ver­si­taet Erlangen-Nuernberg
ver­schickt wurde, bedauern wir diesen Vor­gang und die Ihnen dadurch
ent­standene Belaes­ti­gung sehr. Wir sind bemueht, der­ar­tige Vorkomm­nisse
in Zukunft zu unterbinden.

– Mit fre­undlichen Gruessen

Zen­trale Universitätsverwaltung

Jetzt stell ich mir nur noch drei Fragen:

  1. Wurde die Mailadresse der Uni gehackt oder hatte da ein­fach einer Zugriff auf den Rechner/Benutzerkonto?
  2. War der Mailschreiber echt so doof und gab vor der gmx.de-Adresse seinen echten bzw. eige­nen Namen an?
  3. Anstößig war die Mail eigentlich nicht wirk­lich, oder doch?

Gesten waren in Bochum die Finals im U20 Einzel, im Einzel und im Team Slam. Stattge­fun­den gefun­den hat das alles in der Jahrhun­derthalle in Bochum, einer Halle die pure Indus­triero­man­tik ausstrahlt. Das tat den Tex­ten aber keinen Abbruch. Im Gegen­teil, die einzel­nen Wet­tbe­werbe wur­den denkbar knapp entsch­ieden und waren bis zum Ende span­nend.
Alles in allem gab es dieses Jahr mehr ern­ste bis zornige Texte zu hören. Die Ergeb­nisse kommt ihr hier nach­schauen.
Übrigens hat arte.tv übertra­gen und ab Dien­stag soll­tet ihr bei arte.tv euren Favoriten wählen kön­nen (die Aktion läuft bis zum 16. Dezem­ber). Schaut rein, es lohnt sich!

Wie schon am Ausse­hen bemerk­bar ist, bau ich das Blog ger­ade ein wenig um. Na ja, nicht nur das Blog, auch die Gallery. Die ist schon mal auf Gallery 3 aktu­al­isiert. Mal schauen was ich da noch dran rum­schraub.
Das Blog will ich aber eigentlich mod­ernisieren (Twit­ter, Flattr), wieder­be­len (öfter mal was schreiben). Daher wird sich die näch­ste Zeit hier hin und wieder was tun. Für Vorschläge bin ich immer offen. Entweder per Mail, oder per Kommentar.

Warum?
E-Mails sind wie Postkarten. Jeder kann sie lesen und jeder kann sie fälschen. Sicher muss nicht jede E-Mail ver­schlüs­selt wer­den, immer­hin hat man sich ja nicht immer so wichtige/geheime Dinge zu sagen, dass es wirk­lich gar keinen was angeht. Sin­nvoll ist es aber zumin­d­est E-Mails zu sig­nieren. Mit der Sig­natur kann sichergestellt wer­den, dass die E-Mail unter­wegs von nie­man­dem verän­dert wurde, und dass die E-Mail vom Sig­na­tur­in­haber autorisiert wurde – es sei denn jemand hat den pri­vaten Schlüs­sel inklu­sive des Pass­worts gestohlen.

Mit welcher Soft­ware?
Als ein­fache, kosten­lose Möglichkeit bietet sich GPG (GNU Pri­vacy Guard), eine freie Alter­na­tive zu PGP (Pretty Good Pri­vacy). weiter lesen

Heute gab es im Haupt­bahn­hof Fürth einen Infoter­min der Bahn zum S-Bahn Aus­bau Nürnberg-Fürth-Erlangen und weiter. Nach­dem ich zufäl­lig davon erfahren hatte und es mir ein­richten kon­nte, habe ich mal vor­beigeschaut.
Fol­gen­den Stand kon­nte ich erfragen:

  • Die Bahn will den Schwenk über Stadeln bauen und glaubt auch daran, dass es klappt. Allerd­ings soll die Strecke Fürth-Eltersdorf erst Mitte 2014 und nicht schon 2013 fer­tig sein, da sich das ja alles verzögert.
  • Der Aus­bau Erlan­gen Hbf — Erlan­gen Paul-Gossen-Str. ist beschlossen, die Mit­tel dafür sind vorhanden
  • Für den Anschluss Erlan­gen Paul-Gossen-Str. nach Erlan­gen Elters­dorf sind die Geld­mit­tel bestellt. Das bedeutet, dass sie “nur noch in den Bun­de­shaushalt einge­plat wer­den müssen”.
  • Der Aus­bau der Strecke bis nach Forch­heim ist zwar angedacht, aber wohl die näch­sten Jahre nicht realisierbar.
  • Zum Fahrplan­wech­sel 2010 wird die S-Bahn bis Fürth in Betrieb gehen. Dabei soll sie auch die RBs Rich­tung Erlan­gen erset­zen. Lei­der bekam ich keine Infor­ma­tion zur Taktung.
  • Die Finanzierung sei 60% Bund, 40% Land. Die Kom­munen wür­den “prak­tisch gar nichts zahlen” müssen.
  • Vorgestellt wurde das Gesamtkonzept für Nürn­berg, inkl. Güterzugtunnel.

Es wird auch noch weit­ere Ver­anstal­tun­gen geben. Immer dann wenn es was neues gibt. Angekündigt wer­den die Ver­anstal­tun­gen in der Zeitung und mit großen Plakaten auf dem Bahn­hof. Auf meine Anmerkung, dass Plakate auf Bahn­höfen von Pendlern vielle­icht nicht immer gele­sen wer­den — immer­hin hän­gen da wegen der Bauar­beiten dauernd welche — wurde erst mal gar nicht reagiert. Dann wurde die Kri­tik ins Lächer­liche gezo­gen. Die Anre­gung, vielle­icht ein­fach 2 Tage vor der Ver­anstal­tung Kun­den­stop­per aufzustellen, fand dann aber — nach mehrma­ligem erk­lären — doch Gehör.

Alles in allem eine nette Idee. Aber liebe Bahn: Das näch­ste mal erwarte ich informiertes und geschultes Per­sonal. So richtig ernst genom­men fühlte ich mich nicht.

Wer kennt das nicht, egal ob Stuttgart 21, Ein­führung von Stu­di­enge­bühren, Vor­rats­daten­spe­icherung oder andere Großprojekte/Gesetzesvorhaben: Sieht man etwas kri­tisch und trägt den Protest aus den eige­nen vier Wän­den nach draussen ist man entweder zu spät dran oder ein ewiger Queru­lant.
Warum das so ist? Hier mein Eindruck:

Erst wird das Vorhaben von “denen da oben” dem Bürger vorgestellt. Dann fängt der Bürger an sich damit zu beschafti­gen, erar­beitet sich eine eigene Mei­n­ung, bringt sich vielle­icht noch ein, übern­immt die Mei­n­ung der Presse oder ignori­ert das Thema erst mal kom­plett. Die Min­der­heit die eine eigene Mei­n­ung hat und diese aus den eige­nen vier Wän­den trägt wird erst nicht ernst genom­men, dann vertröstet, dann als überkri­tisch und später als Queru­lanten, Chaoten oder Min­der­heit die übertimmt worde sei hingestellt. Häu­fig spie­len die Main­streamme­dien allzugerne mit.
Kommt es dann zum Pro­jek­t­start, wird auf ein­mal fest­gestellt, dass doch einiges anders ist als geplant. Es ist teurer, risiko­r­e­icher, weniger sin­nvoll als gedacht. Die Bedenken des Bürg­ers wur­den, wenn überhaupt, nur ober­fläch­lich eingear­beitet. Kommt es jetzt zum Protest ist er aber schon zu spät, denn die Verträge sind gemacht, der Bürger hätte sich ja schon früher melden kön­nen und außer­dem hät­ten ja die gewählten Vertreter entsch­ieden, fol­glich sei ja alles in Ord­nung weil demokratisch.

Ich frage mich in solchen Momenten immer warum nicht ein­fach von Anfang an richtig miteinan­der gere­det wird. Dazu zählen trans­par­ente Pla­nungsphasen, informieren der Bürger, trans­par­ente Abstim­mungen (in denen auch offen­bart wird wer denn an was ver­di­ent, Stich­wort Grund­stück­verkauf), trans­par­ente, öffentliche Kosten-Nutzen-Rechnungen und auch die Veröf­fentlichung kri­tis­cher Gutachten.
Kurz: Zu einer Demokratie gehören für mich informierte Bürger und informierte Poli­tiker.
Auch soll­ten die Pla­nun­gen ergeb­nisof­fen erfol­gen. Dazu gehört auch ein ver­w­er­fen des Vorhabens.
So lange diese Voraus­set­zun­gen nicht erfüllt sind wird der Protest der Bürger oft zu spät kom­men, wird die Poli­tikver­drossen­heit nicht nach­lassen, wird das Mis­strauen in “die da oben“ wach­sen. So lange wer­den Men­schen auf die Straße gehen und auf sich aufmerk­sam machen. Hof­fentlich schlägt die Ent­täuschung nicht in richtige Wut um.

Horst Köh­ler tritt zurück und hin­ter­lässt ein Land ohne Präsi­dent. Ob der Rück­tritt in dieser Form sin­nvoll, oder gar richtig ist, wage ich nicht zu beurteilen. Doch plöt­zlich bietet sich die Möglichkeit das höch­ste Staat­samt neu zu beset­zten und dabei einen Bun­de­spräsi­den­ten (oder Präsi­dentin) zu wählen die mehr in der Öffentlichkeit präsent ist und aktuelle gesellschaftliche Debat­ten begleitet.

Dazu muss das Amt aber von einer Per­son aus­ge­füllt wer­den, die poli­tisch unab­hängig und vor allem gesellschaftlich rel­a­tiv unbe­lastet ist. weiter lesen

Heute veröf­fentlichte Wikileaks.org dieses Video:

Gezeigt wird ein Zwis­chen­fall vor 2 Jahren im Irak, bei dem unter anderem 2 Jour­nal­is­ten ums Leben kamen. Bis jetzt waren schein­bar alle Bemühun­gen das Video zu veröf­fentlichen am Wider­stand des Pen­ta­gon gescheitert.

Nach­dem ich das Video heute mor­gen angeschaut hatte lies es mich den ganzen Tag auch kaum wieder los. Zum einen wäre ich anhand dieses Videos in einer Stress­si­t­u­a­tion nicht in der Lage zwis­chen einer Waffe und eine Kam­era zu unter­schei­den, auch die bei­den Kinder im Van hätte ich wohl überse­hen. Zum anderen fand ich die Sprache der Sol­daten abstoßend, die schienen ja richtig wild aufs rum­ballern zu sein. Keine Ahnung was in denen in dem Moment vorg­ing, keine Ahnung allerd­ings auch, was in Men­schen vorgeht die sich vor sich sel­ber recht­fer­ti­gen wollen um jeman­den zu töten.
Trotz­dem erscheint es mir in diesem Falle falsch die Sol­daten als killer­süchtige, kranke, ent­men­schlichte Men­schen hinzustellen. Krieg bringt nun eben nicht ger­ade die edel­sten und schön­sten Seiten von Men­schen an das Tages­licht — Krieg ist schmutzig und wird die “sauber” oder “chirur­gisch” sein.
Was mich auch schon zum eigentlichen Punkt bringt, der mich an der ganzen Sache mas­siv ärgert. Warum wurde hier nicht von Anfang an mit offe­nen Karten gespielt? Warum muss erst durch irgendwelche mehr oder weniger dun­klen Kanäle bekannt wer­den, dass das Mil­itär der Presse nicht die ganze Wahrheit gesagt hat? Warum meint das Mil­itär die Öffentlichkeit für dumm verkaufen zu müssen? Mir fällt da spon­tan eigentlich nur ein Grund ein:
Wenn wir wirk­lich alle wüssten, wie grausam, schmutzig Krieg nun mal ist, dann wür­den mil­itärische Kräfte mas­siv an Rück­halt in der Öffentlichkeit ver­lieren.
Aber mal ganz ehrlich; wenn wir es uns abends mit einem Bier in der Hand auf der Couch gemütlich machen und wir hören mal wieder wie gut/schlecht der Krieg im Irak/Afgahnistan oder sonst wo läuft: Wer will denn überhaupt wis­sen wie grausam Krieg ist/sein kann?

I don’t think that a lot of Ger­man peo­ple will come to Tacoma. So I write this arti­cle in Eng­lish. If it ever hap­pen you come to Tacoma near Seat­tle you really have to go to the “Mad Hat — The Tea Com­pany” in Com­merce Street (maybe they will move in the near future one street up the hill). Go there even if you don’t like Tea that much. weiter lesen